Kommunales Klimaschutzkonzept

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Die Stadt Hanau hat sich klare Ziele gesetzt: Die Unternehmung Hanau möchte bis 2040 treibhausgasneutral werden, die Gesamtstadt bis 2045. Am 09. Februar 2026 hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hanau das fortgeschriebene Klimaschutzkonzept beschlossen. So schafft die Stadt Hanau eine strategische Grundlage für den Weg in eine klimafreundliche und nachhaltige Zukunft.

Kommunales Klimaschutzkonzept Hanau 2026

Maßnahmenkatalog Klimaschutzkonzept Hanau 2026
 
Klimaschutzkonzept Entwicklung Thg-emissionen Neu
Die Energie- und Treibhausgasbilanz für die Gesamtstadt Hanau zeigt: Im Stadtgebiet werden jährlich rund 1,3 Millionen Tonnen Treibhausgase verursacht. Gegenüber dem Basisjahr 1990 entspricht das einer Reduktion um 33 Prozent (Stand 2022).

Auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität bestehen weiterhin erhebliche Handlungsspielräume. Zentrale Ansatzpunkte sind ein geringerer Energieverbrauch, mehr Energieeffizienz, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie eine klimafreundliche Mobilität.

Ein wichtiges Handlungsfeld ist der Bereich Gebäude. Energetische Sanierungen und Modernisierungen können den Energiebedarf von Wohngebäuden deutlich senken. Auch private Haushalte können durch klimafreundliche Heizungen, effiziente Geräte und bewussten Stromverbrauch Emissionen reduzieren.

Im Bereich Verkehr bieten klimafreundliche Mobilitätsformen, effizientere Technologien, alternative Antriebe und neue Mobilitätsangebote Möglichkeiten, den Kraftstoffverbrauch zu verringern. Besonders die Stärkung des Fuß- und Radverkehrs sowie ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr spielen eine wichtige Rolle.

Darüber hinaus spielt die Energieversorgung eine zentrale Rolle. Photovoltaikanlagen auf Dächern, der Einsatz von Wärmepumpen und der Ausbau der tragen dazu bei, fossile Energieträger wie Erdgas schrittweise zu ersetzen.
 
Die Stadt Hanau verfolgt für die Gesamtstadt das Ziel der Treibhausgasneutralität (THG-Neutralität) bis 2045. Die Unternehmung Hanau strebt an, bis 2040 treibhausgasneutral zu werden. Das bedeutet, dass nur noch so viele Treibhausgase ausgestoßen werden dürfen, wie gleichzeitig wieder aus der Atmosphäre gebunden werden können – etwa durch Wälder, Meere und Moore. Man spricht deshalb auch von „Netto-Null“.

Oft wird der Begriff THG-Neutralität synonym zu Klima- und CO2-Neutralität verwendet, inhaltlich bestehen jedoch klare Unterschiede:
  • Klimaneutralität: Insgesamt wird das Klima nicht zusätzlich belastet. Dabei werden neben Treibhausgasen auch andere Einflüsse des Menschen berücksichtigt, z. B. Veränderungen durch Landnutzung.
  • CO2-Neutralität: Nur der Ausstoß von Kohlendioxid wird ausgeglichen. Andere klimaschädliche Treibhausgase wie Methan oder Lachgas bleiben unberücksichtigt.
Das Umweltbundesamt empfiehlt, auf kommunaler Ebene den Begriff der THG-Neutralität. Die Stadt Hanau folgt dieser Empfehlung und verwendet ihn daher im Klimaschutzkonzept.
 
Das Klimaschutzkonzept umfasst 50 Maßnahmen, die fünf Handlungsfeldern zugeordnet sind:
  • Übergreifende Maßnahmen
  • Energieeffiziente und klimafreundliche Kommune
  • Erneuerbare Energien und Energieeffizienz
  • Mobilität
  • Aktivierung und Beteiligung
Ausführliche Erläuterungen aller Maßnahmen - einschließlich Zuständigkeiten, Kostenrahmen und Zeithorizont - sind im Anhang „Maßnahmenkatalog“ des Klimaschutzkonzeptes beschrieben.
 
Klimaschutz gelingt nur gemeinsam. Die Stadt Hanau übernimmt dabei eine zentrale Rolle: Sie schafft die lokalen Rahmenbedingungen, setzt eigene Maßnahmen um und fördert klimafreundliches Verhalten.

Vor diesem Hintergrund wurde die Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts in einem intensiven städtischen Beteiligungsprozess erarbeitet. Verwaltung und städtische Eigenbetriebe haben gemeinsam ein ambitioniertes Maßnahmenpaket entwickelt.

Der Zwischenstand wurde am 14. Mai 2025 im Struktur- und Umweltausschuss vorgestellt und politisch beraten.

Auch die Bürgerinnen und Bürger wurden aktiv einbezogen: Am 23. September 2025 fand eine interaktive Veranstaltung statt, in der in einem moderierten Workshop Ideen, Anregungen und Perspektiven für die weiteren Schritte im Klimaschutz gesammelt wurden. Die eingebrachten Hinweise wurden geprüft und – soweit möglich – in das Maßnahmenprogramm aufgenommen.
 
Damit das Klimaschutzkonzept nicht nur beschlossen, sondern wirksam umgesetzt wird, setzt die Stadt Hanau auf ein systematisches Monitoring. So wird regelmäßig überprüft,
  • wie sich Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen entwickeln,
  • in welchem Umfang die beschlossenen Maßnahmen umgesetzt werden,
  • welche konkrete Klimaschutzwirkung erzielt wird.
Klare Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung stellen sicher, dass die Fortschritte kontinuierlich erfasst und ausgewertet werden.

Aktuelle Entwicklungen können Bürgerinnen und Bürger auch selbst einsehen:

Im Klimadashboard des gleichnamigen, gemeinnützigen Vereins stehen bereits heute Hanauer Daten zu Solaranlagen, Heizungen und Mobilität zur Verfügung. Die Werte können mit bundesweiten Entwicklungen verglichen werden.

Hinweis: Die dargestellten Diagramme basieren auf öffentlich zugänglichen Daten, die durch den gemeinnützigen Verein Klimadashboard aufbereitet und den Kommunen zur Verfügung gestellt werden. Gegebenenfalls kann es zu Abweichungen gegenüber den Zahlen der Stadt Hanau kommen.

Zum Klimadashboard: Klimadashboard
 
Bereits im Jahr 2013 hat die Stadtverordnetenversammlung das erste Hanauer Klimaschutzkonzept beschlossen. Dieses orientierte sich an den Zielen des europäischen Netzwerks „Konvent der Bürgermeister“, dem sich zahlreiche Städte angeschlossen haben, um den Klimaschutz gemeinsam voranzubringen. Bis zum Jahr 2020 setzte sich Hanau dabei konkrete Ziele: Der Anteil erneuerbarer Energien sollte um 20 Prozent steigen, die Treibhausgasemissionen um 20 Prozent sinken und die Energieeffizienz um 20 Prozent verbessert werden. Damit hat Hanau frühzeitig wichtige Maßnahmen für einen wirksamen Klimaschutz vor Ort auf den Weg gebracht.

Kommunales Klimaschutzkonzept Hanau 2013